Dienstag, 10. Juni 2014

Spielerische Kraft! Ein Bericht vom ersten PCC Workshop in Deutschland


Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter mir und ich bin immer noch damit beschäftigt, all die Eindrücke und Informationen zu verarbeiten. Ich habe das möglicherweise heißeste Wochenende dieses Jahres im Keller des Hauses Kistlerhofstr. 70 verbracht, in dem meine Freunde Steven Graves, Moritz Rammensee und Robert Rimoczi das erste echte Hardstyle Gym Münchens eröffnet haben - die KRABA. In diesem fand von Freitag bis Sonntag Deutschlands erste Progressive Callistenics Certification statt. Fast 30 begeisterte Bodyweight Athleten fanden sich zusammen, um gemeinsam zu lernen, zu trainiere, zu experimentieren und Spaß zu haben. Manchmal ging es ein bisschen wie auf einem Spielplatz zu in diesen 3 Tagen - aber bald war dann wieder die ganze Gruppe in schweigendem Staunen erstarrt, wenn die Brüder Al und Danny Kavadlo oder einer der anderen Cracks eine der Übungen vom Stapel lies über die sonst nur flüsternd gesprochen wird: Der einarmige Klimmzug, der Frontlever, die Plance (fliegende Liegestütze) - sie alle waren an diesem Wochenende zu Gast in der Kraba und meist nicht nur einmal.
Für mich war es manchmal doch recht ernüchternd zu sehen mit welcher scheinbaren Leichtigkeit andere Übungen ausführten, die ich mir im Moment nicht einmal vorstellen kann.


Al und Danny Kavadlo haben den Workshop zu einer bleibenden Erfahrung gemacht.

Das Programm des PCC

Freitag 6.6. - Tag 1:

Schon um 8:30 Uhr begann die Einschreibung und pünktlich um viertel nach neun startete Al den Workshop mit einer Begrüßung und Vorstellungsrunde. Dann ging es auch gleich los mit Liegestützen: von den einfachsten Varianten an der Wand kamen wir recht schnell über den Archer Push Up zur einarmigen Liegestütze. Nicht viel neues für mich, aber doch wieder ein paar neue Anregungen. Noch vor dem Mittagessen begannen wir mit Klimmzügen, auch hier bildete die von Al demonstrierte einarmige Version die Spitze der Progression. Abgesehen von Al und Danny gab es noch 2 Teilnehmer, die diese unglaubliche Leistung erbringen können und ich vermute damit waren 20 % aller Deutschen, die so etwas fertig bringen mit uns im Kurs. Al hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass man im Zeitalter von Youtube leicht den Eindruck gewinnen könnte, dass der einarmige Klimmzug leichter zu erreichen ist, als es wirklich der Fall ist - immerhin gibt es hunderte von Videos davon im Web. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass praktisch JEDER der es kann, sein Video davon auf YouTube stellt - und das sind dann eben Weltweit ein paar hundert Leute. Derart wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden wir in die wohlverdiente Mittagspause entlassen.



Am Nachmittag ging es dann mit den Human Flags weiter: über die relativ einfach aber schulterintensive Clutch Flag ging es weiter bis zur Press Flag, wie Al sie oben im Bild an seinem Bruder Danny demonstriert.
Beinahe hätte diese auch bei mir geklappt - sah aber dann doch eher aus als wäre ganz plötzlich Wíndstille eingetreten ;-)
Am späteren Nachmittag nach einem kurzen Vortrag von Al, kam dann die Übung, auf die ich mich schon im Vorfeld tierisch gefreut habe: Der Muscle Up. Leser meines Newsletters wissen ja das mir kürzlich auf der Fibo mein erster an den Ringen gelungen ist - leider seither nicht mehr. Auch an der Klimmzugstange habe ich schon seit einigen Wochen das Gefühl echt knapp davor zu sein - und ich war mir sicher unter der Anleitung von Al und Danny klappt es dann bestimmt! Was für eine Enttäuschung, dass es dann doch nicht hin gehauen hat. Ich konnte es schon fast spüren - aber es hatte wohl nicht sollen sein.

Samstag 7.6. - Tag 2:

Der zweite Tag begann mit Kniebeugen bis hin zu meiner alten Bekannten, der Pistol, und noch vor dem Mittagessen arbeiteten wir auch die Brücke durch - diese ist eine selten geübte, aber im Kontext des Bodyweight Trainings extrem wichtige Übung. Bei den meisten Übungen mit dem eigenen Körpergewicht kommt ein Großteil der Kraft aus der vorderen Muskelkette, was, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird, langfristig zu Haltungsschäden oder Überlastungen führen kann.
Nach der Mittagspause waren dann Bauchmuskel Übungen (nein, keine Crunches) und Levers auf dem Programm. Nach dem sagenumwobenen Front Lever, war Tag 2 dann auch schon geschafft und wir durften uns von den Strapazen des Tages erholen.

Sonntag 8.6. - Tag 3:

Bei solchen Workshops kommt der letzte Tag trotz aller Mühsal meistens viel zu schnell und das war auch bei diesem Workshop der Fall. Schon etwas angeschlagen und ver(Muskel)katert fanden wir uns um 9:00 Uhr morgens wieder ein, um das Balancieren auf dem Händen zu üben: von der Krähe in verschiedenen Variationen über den Kopfstand bis zum freien Handstand bekamen wir alles zu sehen und vieles zu spüren. 
Ich bei einer Variante der seitlichen Krähe.

Im Anschluss war dann der Ellbow Lever (der kleine Bruder der Plance) auf dem Programm. Ein Vortrag über Trainingsplanung von Danny Kavadlo beschloss den Vormittag.

Nach dem Mittagessen wurde es dann ernst und der Century Test wurde abgenommen:
40x Kniebeuge, 30x Liegestützen, 20x hängendes Knieheben, 10x Klimmzüge alles innerhalb von 8 Minuten und ohne Pausen während der einzelnen Übungen sind machbar, aber doch eine gewisse Herausforderung.
Ca 10 % der Teilnehmer durften ihr Zertifikat noch nicht mit nach hause nehmen und haben nun 90 Tage Zeit ein Video nachzureichen. Bei mir hat es geklappt ;-) - da ich es vorher mehrfach ausprobiert hatte war es keine besondere Überraschung dass es geklappt hat. Viel mehr habe ich mich darüber gefreut, dass ganz zum Schluss, als alle schon am aufräumen, ratschen und herumexperimentieren waren, mein Muscle Up dann doch noch geklappt hat! Sogar drei mal ist es mir gelungen, mich aus einem Klimmzug in den Stütz zu wuchten. Muscle Up ist zwar eigentlich nicht ganz der richtige Begriff. Al's Bezeichnung für erste Versuche dieser Übung "Ugly Up" traf es da schon eher - aber oben ist oben oder? ;-)

Das PCC System

Das PCC System ist ein sehr offenes Trainingssystem, im Vergleich mit unserer RKC gibt es praktisch unendlich viele Übungen und Herangehensweisen. Über den Spaß und das herumexperimentieren neigt man dazu zu vergessen, dass dieses System in der Lage ist schier übermenschlich starke Athleten hervorzubringen. Der Kurs war auch im Vergleich zu den anderen von mir besuchten Bodyweight Kursen ein Erlebnis und Al und Danny sind ein super Instruktoren Team. Ich konnte einige neue Ideen und Anregungen mitnehmen und werde sicherlich in dieser Richtung weiter forschen. Mein eigener Bodyweight Kurs hat an diesem Wochenende auch den einen oder anderen neuen Impuls erhalten.


Das fast 650 Seiten starke Handbuch hat enzyklopädische Züge.

Ein rundum gelungener Kurs - ich freue mich beim ersten Mal auf deutschem Boden dabei gewesen zu sein!


Pawels Buch auf Deutsch

Enter The Kettlebell! Das orig. Dragon Door Buch in DEUTSCH
Übersetzung von mir persönlich überarbeitet.


Enter The Kettlebell! Das orig. Dragon Door Buch in DEUTSCH



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